Chemikalien, Klima & Gesundheit

aktualisiert am 28.01.2026

Ewigkeitschemikalien im Wasser, Weichmacher im Spielzeug, Flammschutzmittel in der Atemluft: Chemikalien sind heute allgegenwärtig. Über 350.000 Stoffe sind im Einsatz – wie viele genau, ist unbekannt. Welche Risiken das mit sich bringt, darüber ist sich auch die Fachwelt uneins. Viele der chemischen Stoffe erweisen sich als extrem langlebig und mobil. Einmal freigesetzt, werden wir sie nicht mehr los – und sie werden immer mehr. Und neueste Forschung zeigt: Chemikalien-Cocktails sind ein kaum verstandenes Problem, das auch die strengen EU-Richtlinien nur wenig beachten. Forschende warnen, dass der immer weiter wachsende Chemikalien-Einsatz die menschliche Gesundheit bedroht, den Klimawandel vorantreibt, das Artensterben beschleunigt. Umweltskandale von Nordseeküste über Rastatt bis Altötting belasten auch deutsche Kommunen zunehmend finanziell. Als Europas Chemienation Nr. 1 steht Deutschland am Scheideweg.
Die komplexen Zusammenhänge von Chemikalien und ihrer schädlichen Effekte sind noch lange nicht vollständig verstanden. Doch Umfragen zeigen den Wunsch der Menschen nach besserer Aufklärung. Dieses Dossier bietet einen Überblick über die Zusammenhänge zwischen Chemikalien, Klima/Natur und Gesundheit, um eine nuancierte Berichterstattung zu unterstützen.

Im Alltag gibt es viele Berührungspunkte mit Produkten, die chemische Stoffe enthalten und diese freisetzen können.

Bildquelle: Alamy Stock Foto

Die Dreifachkrise: Wie Chemikalienverschmutzung, Klimawandel und Artensterben zusammenwirken

Chemikalien begleiten uns durch den Alltag. Die Polyesterbettwäsche, in der wir schlafen, das Smartphone, das uns weckt, die Reinigungsmittel, Gesichtscremes und Medikamente, die unser Leben leichter machen – Chemikalien sind ihre Basis und damit heute UBA (2024): Nachhaltige Chemie.„unverzichtbar für menschliches Wohlergehen“. Sie ermöglichen Fortschritte in Technologie, Medizin, Mobilität, auch Landwirtschaft und Klimaschutz. Zugleich werden die Warnungen aus Forschung und Wissenschaft lauter, denn viele dieser chemischen Stoffe bergen Risiken – für Gesundheit und Gesellschaft, Natur und Klima. Risiken, die für Menschen im Alltag kaum wahrnehmbar sind: Denn anders als die Stoffe, die im 20. Jahrhundert als dicker Smog über dem Ruhrgebiet im Westen oder als stinkende Wolke über Bitterfeld im Osten hingen, ist die chemische Umwelt- und Luftverschmutzung des 21. Jahrhunderts häufig unsichtbar. Und gerade deshalb oft tückisch.

Umweltverschmutzung, zu der auch chemische Verunreinigungen zählen, ist laut Bericht der Lancet Commission on Pollution and Health für rund 9 Millionen Todesfälle pro Jahr verantwortlich – das entspricht Fuller et al. (2022): Pollution and health: a progress updatejedem sechsten Todesfall weltweit. Hierzulande ist es jeder 15.: Auch in Deutschland sterben jährlich n-tv (2017): Zu viel Dreck in Luft und Wasser. mehr als 62.000 Menschen an den Folgen von Umweltverschmutzung. Die Zahlen gehen nach oben: Seit dem Jahr 2000 kamen bis 2019 Fuller et al. (2022): Pollution and health: a progress updateweltweit 66 % mehr Menschen durch die Folgen von Luftverschmutzung und giftigen Chemikalien um. Auf das Konto von Umweltverschmutzung gehen damit mehr Todesfälle als auf das gemeinsame Konto von AIDS, Malaria und Tuberkulose. Wichtig ist, dass dabei die Effekte der Chemikalien über den direkten Einfluss auf die menschliche Gesundheit weit hinausgehen. Die schiere Menge und Vielfalt an Chemikalien sind einer der stärksten Treiber einer weithin unbeachteten „Dreifachkrise“ von Umweltverschmutzung, Klimawandel und Artensterben:

Drei miteinander verbundene Krisen – der Klimawandel, der Verlust der Artenvielfalt und die Umweltverschmutzung – gefährden das globale wirtschaftliche und gesellschaftliche Wohlergehen.

Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP)

Quelle: UNEP

Hundertausende chemische Stoffe: Die Chemikalien-Flut ist "außer Kontrolle"

Rund 350.000 chemische Stoffe sind heute im Einsatz – Stockholm Resilience Center (2022): Safe planetary boundary for pollutants, including plastics, exceeded, say researchers. so lauten zumindest die Schätzungen. Denn ein einheitliches Registriersystem gibt es nicht. Seit den 1950er Jahren hat sich Stockholm Resilience Center (2022): Safe planetary boundary for pollutants, including plastics, exceeded, say researchers.die Produktion von chemischen Stoffen ver-50-facht. Bis 2050 wird sie sich voraussichtlich nochmals verdreifachen. Allein in den USA werden Naidu et al. (2021): Chemical pollution: A growing peril and potential catastrophic risk to humanity.jährlich rund 1.500 neue Substanzen hergestellt. Wie rasant diese Entwicklung ist, zeigt allein Kunststoff auf: Stockholm Resilience Center (2022): Safe planetary boundary for pollutants, including plastics, exceeded, say researchers.Um 79 % hat die Plastik-Produktion zwischen 2000 und 2015 weltweit zugenommen. Heute übertrifft die weltweite Menge an Plastik die Gesamtmasse aller lebenden Säugetiere Stockholm Resilience Center (2022): Safe planetary boundary for pollutants, including plastics, exceeded, say researchers.um mehr als das Doppelte. „Außer Kontrolle“ nennt das renommierte Stockholm Resilience Center (2022): Safe planetary boundary for pollutants, including plastics, exceeded, say researchers.Stockholm Resilience Centre die stetig wachsende Zahl chemischer Stoffe. Darunter sind viele neuartige Fremdstoffe. Das bedeutet, diese synthetischen chemischen Verbindungen kamen bislang auf der Erde nicht vor. Die Evolution hat Mensch, Tier und Pflanze Helmholtz KLIMA (2025): Chemikalien und Plastik: Unvorhergesehene Langzeitfolgen.nicht auf den Kontakt mit diesen neuartigen Stoffen vorbereitet.

Das Tempo, in dem die Gesellschaften neue Chemikalien und andere neuartige Stoffe produzieren und in die Umwelt freisetzen, ist nicht mit der Einhaltung eines sicheren Betriebsbereichs für die Menschheit vereinbar.

Patricia Villarubia-GómezForscherin am Stockholm Resilience Centre (Zitat übersetzt aus dem Englischen)

Trotz Verordnungen: Die meisten Chemikalien wurden nie auf ihre Sicherheit überprüft

UFZ (2023): Umwelthormonchaos.Viele Menschen gehen davon aus, dass neu entwickelte Chemikalien erst zum Einsatz kommen, wenn sie geprüft und für unbedenklich erklärt wurden. Nur wenige der Hunderttausenden Chemikalien, die heute im Einsatz sind, wurden allerdings auf ihre Sicherheit überprüft. Eine systematische Steuerung und Regulierung chemischer Stoffe gibt es erst seit wenigen Jahrzehnten. Bis 1998 wurden z.B. auch in der EU Biozide, also Pestizide gegen Nager, Pilze oder Mikroben, UBA (2023): Zulassungsverfahren. ungeprüft auf den Markt gebracht. Erst 2001 verabredeten sich international Staaten mit der Stockholm Convention on Persistent Pollutants (o.J.): Homepage.Stockholmer Konvention zum Deutschlandfunk (2004): Schluss mit dem „dreckigen Dutzend“.„großen Saubermachen“: Es kam zu Verbot bzw. Beschränkung der „Dreckigen Dutzend“ besonders gefährlicher, denn persistenter organischer Schadstoffe (sog. POPs, Persistant Organic Pollutants), darunter Insektizide wie DDT und Aldrin. Inzwischen haben über 150 Staaten die POPs-Konvention ratifiziert. Doch solche völkerrechtlichen Übereinkommen, wie die Stockholmer Konvention, die Basel Convention (o.J.): Homepage.Basler Konvention (zum grenzüberschreitenden Verkehr gefährlicher Abfälle) oder die Rotterdam Convention (o.J.): Homepage.Rotterdam Konvention (zum internationalen Handel mit gefährlichen Chemikalien) WBGU (2023, S. 198): Gesund leben auf einer gesunden Erde.„identifizieren nur eine kleine Anzahl besonders gefährlicher Stoffe, die in Listen reguliert, also beschränkt oder verboten, werden.“

Auf der klimareporter (2023): Chemikalien werden erstmals global reguliert.Weltchemikalienkonferenz (ICCM 5) in Bonn wurde 2023 UNEP (o.J.): Global Framework on Chemicals.ein Rahmenwerk zum Schutz vor gefährlichen Chemikalien verabschiedet. Das Abkommen ist rechtlich unverbindlich, aber gilt als wichtiger Schritt zu einer abgestimmten, multilateralen Steuerung im Chemikalienbereich. ZEIT (2023): Zu giftig für Europa, gut genug für den Rest der Welt.Nur vier Prozent der Chemikalien waren bis dato laut Pesticide Action Network über verbindliche Konventionen international reguliert.

POPs, PFAS, 4,4´-Isopropylidendiphenol? Eine Übersicht zu wichtigen chemischen Stoffen, ihren Abkürzungen und ihren Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt finden Sie beim UBA (o.J.): Chemikalien.Umweltbundesamt:

Die Folgen dieses „großzügigen“ Umgangs mit chemischen Stoffen sind bis heute in Blutproben und Umwelt zu finden: Langlebige Schadstoffe reichern sich über lange Zeiträume an, bevor mögliche Regularien greifen. Altlasten wie Mikroplastik oder krebsauslösende polychlorierte Biphenyle (PCB) finden sich heute in LfU Bayern (o.J.): Mikroplastik.Boden, oder BfR (2023): Expositionsschätzung zur Aufnahme von PCDD/F und dioxinähnlichen PCB sowie PFAS durch den Verzehr verschiedener Fischarten
.
Speisefischen
ebenso wie in der Aves et al. (2022): First evidence of microplastics in Antarctic snow.Antarktis, oder im Jamieson et al. (2019): Microplastics and synthetic particles ingested by deep-sea amphipods in six of the deepest marine ecosystems on Earth.Marianengraben .

Auch heute UfZ (o.J.) Umwelthormonchaos.durchlaufen Chemikalien zwar Tests auf ihre akute Giftigkeit, bevor sie auf den Markt kommen. Aber inwiefern der Stoff in kleinen Dosen über längere Zeiträume hinweg oder im Zusammenspiel mit anderen Chemikalien wirkt, ist nicht Teil des Prüfverfahrens. Auch unterscheiden sich die Verfahren für verschiedene Chemikalienarten: Während Pflanzenschutzmittel, Biozide und Arzneimittel BAuA (o.J.): Regulierung von Chemikalien und Bioziden.eine Zulassung benötigen – also quasi verboten sind, bevor ein Antrag für einen bestimmten Verwendungszweck gestellt wird – ist dies bei Industriechemikalien nicht der Fall. Auch nicht in der EU.

Wie die EU versucht, Chemikalien sicherer zu machen

In der EU gilt seit 2007 eines des strengsten Chemikalienrechte der Welt: die ECHA (o.J.) REACH verstehen.REACH-Verordnung zur Registrierung, Bewertung und Beschränkung von Chemikalien. Rund 22.000 Stoffe sind bis heute unter REACH registriert. Sie wird ergänzt durch die BAuA (o.J.): Die CLP-Verordnung. CLP-Verordnung der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA): eine Datenbank zur Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung, die UBA (2024): Strukturdaten: Chemikalien und chemisch-pharmazeutische Industrie.mittlerweile 147.500 Stoffe erfasst. Auch der europäische Green Deal umfasst eine ECHA (o.J.): Chemikalienstrategie für Nachhaltigkeit.Chemikalienstrategie für Nachhaltigkeit: Die Umwelt soll bis 2050 schadstofffrei sein.

Fachleute loben zwar den Ansatz von REACH und die darin verankerte Eigenverantwortung der Unternehmen. Es gilt das Prinzip „no data, no market“: Unternehmen müssen neue Chemikalien anmelden und die erforderlichen Informationen vorlegen, bevor sie die Stoffe auf den Markt bringen. Doch darin liegt auch die Crux, denn die Behörden führen keine eigenen Tests durch:

Unter REACH und CLP bewerten Behörden die gefährlichen Stoffeigenschaften und das Risiko einer Verwendung überwiegend aufgrund der von den Unternehmen zur Verfügung gestellten Testergebnisse. Statt ‘no data, no market’ gilt leider immer noch viel zu oft der alte Grundsatz: no data, no problem, den die EU ja eigentlich durch die Einführung von REACH überwinden wollte.

Dr. Michael NeumannGeoökologe am Umweltbundesamt (UBA)

Quelle: Im Gespräch mit dem Medienservice Klima & Gesundheit

Zugleich kritisieren Fachleute die internationale Steuerung im Chemikalienbereich als WBGU (2023, S. 198): Gesund leben auf einer gesunden Erde.„reaktiv, punktuell und langsam“. Auch unter REACH werden neu registrierte Stoffe und Stoffgruppen ggf. WBGU (2023, S. 197): Gesund leben auf einer gesunden Erde.„erst nachgelagert zum Marktzugang“ beschränkt oder zulassungspflichtig. Und das kann dauern: Da vor allem Daten zur industriellen Verwendung der Stoffe fehlen, haben Behörden und Wissenschaft wenig Anhaltspunkte, welche Chemikalien überhaupt detektiert oder gemonitort werden sollen. Stellt sich bei bereits eingesetzten Stoffen doch ein Risiko heraus, müssen wiederum Behörden gerichtsfest beweisen, warum ein Stoff beschränkt oder verboten werden sollte. Speigel (2019): Schädliche Chemikalien bleiben zu lange im Umlauf. Umweltorganisationen analysierten, dass bis zu 16 Jahre vergehen können, bis die EU unsichere Chemikalien reguliert. Bis dahin sind Kinder, Erwachsene und Umwelt den Stoffen ausgesetzt – und wenn sie langlebig sind, auch darüber hinaus.

Chemische Verschmutzung gilt als stille Bedrohung, da die Gefährlichkeit zahlreicher Chemikalien nicht erhoben ist […] oder schwer zu erheben ist […].

Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU)

Quelle: WBGU

Viele Stoffe, wenig Wissen: Haltbarkeit und Mischungen von Chemikalien bereiten Forschenden Sorgen

Mehrere Hundertausende chemische Stoffe gelten als möglicherweise umweltschädlich. Aber nur für einen winzigen Teil gibt es überhaupt beispielsweise Messwerte aus Gewässern, wie Bub et al. (2025): Limitations of chemical monitoring hinder aquatic risk evaluations on the macroscale.Forschende der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau zeigten. Die Umweltrisiken der Stoffe lassen sich also gar nicht beurteilen, RPTU (2025): Keine Daten, kein Problem?„da sie bereits in Konzentrationen wirken, in denen sie mit den üblichen Methoden nicht nachwiesen werden können“. Zwei Aspekte bereiten Fachleuten heute besonders Sorgen: die Persistenz, also die extreme Haltbarkeit vieler Chemikalien, sowie die Mischungen, die aus der Vielfalt der verwendeten und freigesetzten Stoffe entstehen.

Haltbar und nicht zu filtern: Immer mehr Chemikalien sind gekommen, um zu bleiben

2023 hat die EU die CLP-Verordnung UBA (2025): CLP-Verordnung.um neue Gefahrenklassen erweitert. Dazu gehören z.B. hormonwirksame Eigenschaften (siehe auch hier), aber auch die Eigenschaften PBT und vPvB: Dabei handelt es sich um Substanzen und Gemische, die in der Umwelt nur schwer abgebaut werden, sich stark in Organismen und Ökosystemen ansammeln und potentiell giftig wirken können (also persistent, bioakkumulierend und toxisch, das v steht für very). Und da wären noch PMT und vPvM: Dies sind Stoffe und Gemische, die ebenfalls (sehr) persistent sind, im Wasser (sehr) mobil und ggf. toxisch.

Auf UBA (2021): PMT- und vPvM-Stoffe unter REACH.PMT-Stoffe fällt erst seit wenigen Jahren und auf Initiative von Forschenden am Umweltbundesamt der Fokus. Weil sie so dauerhaft und mobil sind, verteilen sich PMT-Stoffe über große Distanzen mit dem Wasserkreislauf – bis ins Trinkwasser. Viele dieser Stoffe gelten in Toxizitätstests als unauffällig. Aber weil sie so extrem mobil sind, entgehen sie Analytik und Monitoring – und lassen sich nicht herausfiltern. Sie kontaminieren also immer mehr den Wasserkreislauf und die Ressourcen unserer Trinkwässer. Doch wann ist immer mehr zu viel?

„Wir entlassen heute auch Chemikalien in die Umwelt von denen wir wissen, dass sie extrem langsam abbauen. Uns muss bewusst sein, dass wir diese an die nächsten Generationen übergeben. Auch falls für einen Kontaminanten nach heutigem Kenntnisstand kein toxikologisches Risiko vorliegen würde, könnte sich unser Erkenntnisstand über die langfristige Wirkung in einigen Jahren doch ändern. Aber dann wird es sehr schwer, solch einen sehr persistenten Kontaminanten wieder aus unseren Wasserressourcen zu entfernen.“
– Dr. Michael Neumann, Geoökologe und Experte für die Bewertung von PMT/vPvM-Stoffe am Umweltbundesamt (UBA), im Gespräch mit dem Medienservice Klima & Gesundheit

Expertinnen und Experten in Deutschland und GOV-UK (2025): Interim position statement on the approach to PMT concept to support UK REACH risk management of PFAS.anderen Ländern sprechen sich deswegen für strenge Auflagen für Stoffe aus, die sich sehr langsam abbauen – sodass diese möglichst gar nicht erst ins Wasser geraten.

Beispiele für PMT-Stoffe:

Die Chemikalie Benzotriazol muss auf Geschirrspülmittel nicht ausgewiesen werden. Wer sie vermeiden möchte, kann auf Produkte mit dem Blauen Engel oder dem EU Ecolabel zurückgreifen. Bildquelle: iStock.com / DesignRage 

Chemikalien-Cocktails schädigen auch unterhalb der Grenzwerte

Was passiert, wenn sich die Hunderttausenden chemischen Stoffe in der Umwelt oder im Körper mischen, also additiv wirken, ist bislang nicht Teil der REACH-Verordnung. In Standardverfahren werden Chemikalien einzeln getestet, z.B. an Wasserflöhen oder Zebrafischen, aber nicht im Gemisch, das gänzlich andere Wirkungen haben kann.

„Die Folgen dieser teilweise vielfältig zusammengesetzten Chemikaliencocktails für Natur und Mensch sind bisher nur in Ansätzen erforscht“
– Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU)

 

Toxikologische Studien Nian et al. (2024): Toxicological Study of Human Exposure to Mixtures of Chemicals: Challenges and Approaches.am Menschen sind schwierig, zumal das Biomonitoring beim Menschen Braun et al. (2024): Neurotoxic mixture effects of chemicals extracted from blood of pregnant women.nur einen kleinen Teil der genutzten Chemikalien erfasst. Neue In-Vitro-Testverfahren offenbaren aber das Zusammenspiel verschiedener Stoffe. Studien am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung mit Blutproben schwangerer Frauen zeigen die neurotoxische Wirkung von Mischungen – auch bei Konzentrationen, Braun et al. (2024): Neurotoxic mixture effects of chemicals extracted from blood of pregnant women.die unter den Wirkungsschwellen der einzelnen Chemikalien lagen. In-Vitro-Tests mit PFAS-Konzentrationen, wie sie in der Umwelt zu finden sind, belegen, dass die Mischungen Rios-Bonilla et al. (2024): Neurotoxic Effects of Mixtures of Perfluoroalkyl Substances (PFAS) at Environmental and Human Blood Concentrations.die Gehirnentwicklung beeinträchtigen können.

„Unsere Forschung zeigt: Alle Stoffe wirken schon in kleinen Konzentrationen zusammen, in denen sie alleine keine Wirkung zeigen.“
– Prof. Dr. Beate Escher, Leiterin des Departments Zelltoxikologie am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung, im Gespräch mit dem Medienservice Klima & Gesundheit

Weitere Infos finden Sie im Abschnitt Gesundheit.

Alltags-Chemikalien mit ungeahnter Wirkung

Die Geschichte der Chemikalien ist auch eine Geschichte voller Überraschungen – Richardson et al. (2023): Earth beyond six of nine planetary boundaries.durch ungeahnte Prozesse oder Wirkungen:

Die Chemikaliengrenze der Erde ist überschritten

In welchem Ausmaß beeinflussen wir Menschen die Erde? Um das besser einzuschätzen, hat ein Forschungsteam das Konzept der „Planetaren Grenzen“ entwickelt. Es identifiziert neun kritische Belastungsgrenzen, die für die Stabilität des Erdsystems unerlässlich sind. Diese Grenzen legen einen sicheren Handlungsraum für die Menschheit fest – das Konzept der planetaren Grenzen ist also eine Art Betriebsanleitung, um unsere Lebensgrundlagen zu erhalten. Neben Klimawandel, Artenvielfalt, Landnutzung, Süßwassernutzung, biogeochemischen Kreisläufen (Stickstoff, Phosphor), Ozeanversauerung, Aerosolbelastung und Ozonabbau gehört auch die Einbringung neuartiger Stoffe zu diesen Belastungsgrenzen. Unter neuartige Stoffe fallen chemische Stoffe und Gemische wie Pestizide und Mikroplastik, aber z.B. auch radioaktive Materialien.

Die Planetaren Grenzen. Darstellung basierend auf dem Planetary Health Check 2025 (CC-BY-Lizenz Version 3.1 – 2025), Quelle: Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung

Die Chemikaliengrenze der Erde Planetary Health Check (2024): Introduction of Novel Entities.ist bereits überschritten – so das Ergebnis der jüngsten Bewertung der planetaren Grenzen. Umweltforscher Johan Rockström, Mitentwickler des Konzepts, rechnet die Einbringung neuartiger Stoffe neben Artensterben und Klimawandel Helmholtz KLIMA (2025): Chemikalien und Plastik: Unvorhergesehene Langzeitfolgen.„zu den drei entscheidendsten Faktoren für unsere Zukunft“. Eine Tulus et al. (2021): Planetary metrics for the absolute environmental sustainability assessment of chemicals. ETH-Zürich-Studie von 2021 kam darüber hinaus zu dem Schluss, dass Chemikalien nicht nur die planetare Grenze der neuartigen Stoffe selbst betreffen. Beinahe alle 500 untersuchten Chemikalien sind so wenig nachhaltig und verursachen z.B. so starke Emissionen, dass sie weitere planetare Belastungsgrenzen verletzen – vor allem Klimawandel, Ozeanversauerung und Artensterben.

Die planetaren Grenzen sind voneinander abhängig. Wird eine überschritten, steigt das Risiko für „Kipp-Punkte“: massive, auch irreversible Umweltveränderungen. Je mehr planetare Grenzen überschritten werden, desto kritischer wird die Lage für die Gesundheit und Stabilität des gesamten Erdsystems.

Eng verknüpft mit den planetaren Grenzen ist das Konzept der GEGM (o.J.): Planetare Gesundheit. „Planetaren Gesundheit“ (Planetary Health). Es beschreibt Whitmee et al. (2015): Safeguarding human health in the Anthropocene epoch.die untrennbare Verbindung zwischen der Gesundheit und dem Wohlergehen der menschlichen Zivilisation und dem Zustand der Erde. Der Kerngedanke: Gesunde Menschen gibt es nur auf einem gesunden Planeten. Intakte Klima- und Ökosysteme sind Grundvoraussetzung für die menschliche Gesundheit.

Klima

Klimawandel und Chemikalienbelastung verstärken sich gegenseitig

Klimakrise und Umweltverschmutzung hängen eng zusammen. Einerseits tragen Chemikalien direkt oder indirekt zum Klimawandel bei. Andererseits beeinflusst der Klimawandel die Verbreitung und Toxizität von Chemikalien in der Umwelt.

Chemikalien und Chemieindustrie treiben den Klimawandel voran

In der EU verursacht die chemische Industrie EEA (2025): Total greenhouse gas emissions in the chemical industry (Indicator).rund 5 Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen (Referenzjahr: 2021) – Europäisches Parlament (2022): CO₂-Emissionen des Luft- und Schiffsverkehrs: Zahlen und Fakten (Infografik).mehr als Luft- und Schifffahrt zusammen. Berücksichtigt man die Emissionen aus dem gesamten Lebenszyklus chemischer Produkte, einschließlich Nutzung und Entsorgung, ist der Anteil noch größer.

Auch in Deutschland hat die Chemieindustrie unter allen Industriezweigen den höchsten Energieverbrauch. Quelle: © Statistisches Bundesamt (Destatis), 2025

In allen Phasen des Lebenszyklus von Chemikalien werden Treibhausgase und gefährliche Chemikalien freigesetzt, einschließlich der Produktion […], der Verwendung und Entsorgung.

Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) gemeinsam mit Basel / Rotterdam / Stockholm Conventions und Minimata Convention on Mercury
Zugleich befeuern verschiedene Chemikalien selbst den Klimawandel, z.B. durch

Im Laufe eines Tages kommen wir mit vielen Plastikgegenständen in Berührung. Bildquelle: iStock.com / Solnuha

Steckbrief Kunststoff

Kunststoff – Gefahr für Körper, Klima und Natur

Weitere Infos zu Plastik

Wie Mikroplastik Wolken und Klima beeinflusst

Mikroplastik zeigt, wie komplex die Zusammenhänge zwischen neuartigen Stoffen und Klima sein können. Mikroplastik gelangt durch Reifenabrieb, Zersetzung, Produkte wie Kosmetika oder industrielle Emissionen in Böden, Gewässer und Atmosphäre. Studien haben Mikroplastik bis in die Wolken verfolgt. Da sich in der Atmosphäre Wassertröpfen um die winzigen Partikel sammeln, können sie BR (2024): Forscher: Mikroplastik in Wolken könnte unser Klima verändern.als Keimzellen von Wolken wirken. So beeinflusst Mikroplastik wahrscheinlich die Wolkenbildung – und wo sich die Wolken verändern, verändern sich nicht nur das örtliche Wetter, Guardian (2023): Microplastics found in clouds could affect weather and global temperatures.sondern auch das Klima.

Mehr Chemikalien durch den Klimawandel

Auf der anderen Seite beeinflusst der Klimawandel wiederum Chemikalien. Denn er erhöht Schadstoffflüsse, das heißt, er verändert die Art und Weise, wie neuartige Stoffe in die Umwelt gelangen, sich verbreiten und letztlich wirken. Steigende Temperaturen können z.B. dazu führen, dass sich bestimmte Stoffe schneller verflüchtigen. So verteilen sich POPs und Pestizide in der Atmosphäre und Noyes et al. (2009): The toxicology of climate change: Environmental contaminants in a warming world.verschmutzen die Atemluft. Beispiele für die Folgen des Klimawandels:

Schädlichere Chemikalien durch den Klimawandel

Verändern sich die Umweltbedingungen, werden viele Schadstoffe gefährlicher für Mensch und Natur. Hooper et al. (2013): Interactions between chemical and climate stressors.Zum Beispiel durch steigende Temperaturen, aber auch veränderte ph-Werte oder Salzgehalte im Wasser. Schwermetalle wie Blei, Arsen, Quecksilber oder Cadmium, die v.a. aus Industrie und Landwirtschaft ins Meer geraten, werden durch den Klimawandel häufiger freigesetzt und giftiger, GEOMAR (2024): Schwermetalle im Meer werden giftiger.so das Kieler Ozeanforschungszentrum GEOMAR.

Verdünnung als Strategie geht immer weniger auf: Über das Wasser in Meeren und Flüssen wurden auch schädliche Chemikalien bislang soweit verdünnt, dass sie keine Gefahr mehr darstellten – etwa, indem Stoffe aus der Industrie abgeleitet oder Pestizide aus der Landwirtschaft in Gewässer gewaschen wurden. Doch wenn einerseits immer mehr langlebige, also persistente Stoffe in die Umwelt gelangen – wie die ZEIT (2025): Wasserwerke wegen Chemikalien-Belastung im Rhein alarmiert. Ewigkeitschemikalie TFA in den Rhein oder der übliche Wissenschaftsjahr (o.J.): Der Elbe auf den Grund gehen.„Schadstoffcocktail“ in die Elbe – und andererseits Gewässer wie BfG (2025): Niedrigwasser-Update.Rhein oder SPIEGEL (2025): Elbe erreicht bei Magdeburg historischen Tiefststand.Elbe infolge von Hitze und Dürren weniger Wasser führen, können wir uns auf die Verdünnung toxischer Stoffe nicht mehr verlassen. Gleichzeitig sind Organismen, die bereits unter Hitzestress leiden, Noyes & Lema (2015): Forecasting the impacts of chemical pollution and climate change interactions on the health of wildlife. anfälliger für die schädlichen Wirkungen von Chemikalien. Es kommt zu synergistischen Effekten, die Lebewesen empfindlich treffen können:

Oderkatastrophe 2022: Tote Fische treiben an der Wasseroberfläche. Bildquelle: picture alliance/dpa | Patrick Pleu

Hitze plus Chemikalien führen zur Oderkatastrophe 2022: Beim Fischsterben in der Oder wirkten Klimawandel und Umweltverschmutzung zerstörerisch zusammen. Hohe Temperaturen führten zu niedrigen Pegelständen, zugleich wurden salzige Abwässer aus polnischen Kohlegruben eingeleitet. Die fatale Kombination ermöglichte der giftigen Brackwasseralge Prymnesium parvum massive Vermehrung – rund die Hälfte der Fische starb. Da auch in Deutschland Salze in Gewässer eingeleitet werden, sind ähnliche Szenarien WELT (2024): „Die Salzbelastung war in diesem Jahr schon häufiger im kritischen Bereich“.etwa im Ruhrgebiet denkbar.

Die Pillen-Paradoxie: Medikamente machen Umwelt und Klima krank

Was wir einnehmen, muss irgendwann auch wieder heraus: Je nach Arzneimittel-Wirkstoff scheiden wir WBGU (2023): Gesund leben auf einer gesunden Erde.bis zu 90 Prozent als aktive Substanz wieder aus. Auf diese Weise gelangen Humanarzneimittel vor allem über das Abwasser in die Umwelt: Da in den meisten deutschen Kläranlagen Deutscher Bundestag (2024): Vierte Klärstufe: Ausmaß und Kosten des Ausbaus noch unklar.keine vierte Reinigungsstufe installiert ist, werden die Spurenstoffe nicht ausreichend gefiltert, landen in Gewässern und Deutsches Ärzteblatt (2018): Arzneimittelrückstände im Wasser: Vermeidung und Elimination.Trinkwasser. Arzneimittelhersteller Deutsches Ärzteblatt (2025): Pharmahersteller klagen gegen europäische Abwasserrichtlinie. wehren sich per Klage dagegen, Herstellerverantwortung und Kosten für den Ausbau deutscher Klärwerke zu übernehmen. Untersuchungen weisen UBA (2025): Arzneimittelrückstände in der Umwelt.mindestens 414 verschiedene Arzneimittelwirkstoffe in der Umwelt nach – besonders häufig Schmerzmittel, Antiepileptika, Antibiotika und Betablocker. Allerdings fehlt in Deutschland eine Deutscher Bundestag (2020): Arzneimittelrückstände in Trinkwasser und Gewässern.systematische, flächendeckende Überwachung.

Nebenwirkungen von Medikamenten für die Natur

Auch das Klima nimmt Medikamente

Arzneimittel haben einen erheblichen Anteil an den Treibhausgasemissionen des Gesundheitswesens. Insbesondere Narkosegase (wie Sevofluran, Lachgas, Isofluran) wirken teilweise tausendmal stärker als CO₂. Nach Einsatz im OP gehen diese Gase direkt in die Atmosphäre. Eine Lösung wäre, Narkosegase in Filtern aufzufangen und wiederzuverwenden.

Mehr Ältere, mehr Pillen, mehr Probleme?

Je älter die Gesellschaft in Deutschland, desto größer wird der Umwelteinfluss durch Arzneimittel. Seniorinnen und Senioren bekommen im Schnitt mehr Medikamente verschrieben, was mehr Rückstände zur Folge hat. WBGU (2023): Gesund leben auf einer gesunden Erde.Führende Expert:innen empfehlen deswegen u.a., Umweltrisiken künftig bei der Arzneimittelzulassung zu berücksichtigen und eine Rezeptpflicht für umweltschädliche Medikamente einzuführen.

Gesundheit

Wie Chemikalien auf unsere Gesundheit wirken

Je mehr die Chemikalienverschmutzung die Umwelt belastet, desto stärker ist auch die menschliche Gesundheit betroffen. Verbraucher:innen und Verbraucher sind sich zwar generell über Chemikalien in Alltagsprodukten bewusst, fühlen sich aber eher schlecht informiert und wünschen sich mehr Informationen, wie BfR (2010): Chemie im Alltag – Ergebnisse aus zwei Bevölkerungsbefragungen.Umfragen des Bundesinstituts für Risikobewertung zeigen. Allerdings dreht sich die öffentliche Debatte meist punktuell um einzelne entdeckte Schadstoffe, wie die fortpflanzungsgefährdende Ewigkeitschemikalie Global 2000 (2025): Flaschenpost – Der steile Anstieg der TFA-Kontamination in europäischem Wein.TFA in Wein, Deutschlandfunk Nova (2021): Warum Biozide in Periodenunterwäsche umstritten sind.Biozide in Periodenunterwäsche, die hormonwirksame Der Standard (2025): Potenziell schädliche Chemikalien in Haarshampoo und Tattoo-Farben.Salicylsäure in Shampoos oder der Dioxin-Fund in Eiern und Tierprodukten im Jahr 2011, einem der NDR (2021): 2011: Dioxinskandal erschüttert Deutschland.„größten Lebensmittelskandale Deutschlands“. Weniger thematisiert wird, dass sich immer mehr langlebige Stoffe in der Umwelt verbreiten und sich zu immer neuen Cocktails vermischen.

Nur wenige Chemikalien lassen sich im Körper ermitteln

„Unser moderner Lebensstil bildet sich auch in unserem Körper ab“, sagt Dr. Marike Kolossa-Gehring, Toxikologin am Umweltbundesamt (UBA), im MIT Technology Review Podcast (2024): Deep Dive: Nicht nur Mikroplastik und PFAS – Welche Chemikalien noch in unserem Körper landen. MIT Technology Review Podcast. Menschen nehmen chemische Stoffe über Ernährung, Atmung oder auch Hautkontakt auf. Rund 300 chemische Stoffe lassen sich bei Laboruntersuchungen im menschlichen Körper nachweisen. Nur ein geringer Teil der geschätzt 350.000 chemischen Stoffe, die weltweit im Einsatz sind, geht den Analytikern also „ins Netz“.

Grafik: CHEMTrust 

Chemikaliencocktails wirken toxischer als einzelne Stoffe

Die Konzentration einzelner Stoffe im Körper ist gering. Aber „[w]ir sind jeden Tag, jeden Moment ‚chemischen Gemischen‘ aus verschiedenen Quellen ausgesetzt.“ Selbst wenn einzelne Stoffe unterhalb gesetzlicher Grenzwerte liegen, können sie im Zusammenspiel gesundheitsschädliche Wirkungen entfalten.

Wir konnten zeigen, dass einzelne Chemikalien an sich nicht toxisch sind – aber in Mischung schon.

Prof. Dr. Ana ZenclussenImmunologin und Leiterin des Departments Umweltimmunologie am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ)

Quelle: Im Gespräch mit dem Medienservice Klima & Gesundheit

„Mysteriöse“ Stoffe: 55 Chemikalien, die bis dahin im Menschen nie gefunden worden waren, Wang et al. (2021): Suspect Screening, Prioritization, and Confirmation of Environmental Chemicals in Maternal-Newborn Pairs from San Francisco.entdeckten Forschende in San Francisco im Blut von nur 30 Schwangeren – und in ihren Neugeborenen. Business Insider (2021):Forscher finden 42 „mysteriöse Chemikalien“ im Blut von schwangeren Frauen — und ihren neugeborenen Babys.42 davon ließen sich nicht kategorisieren.

Im Rahmen Helmholtz Zentrum für Umweltforschung (2024): Wirkung von Chemikalienmischungen: Neurotoxische Effekte addieren sich.einer Mutter-Kind-Studie „mixte“ ein Forschungsteam am UFZ einen typischen Chemikaliencocktail, wie ihn Menschen in Deutschland im Blut haben. In den Tests mit Zellkulturen waren die einzelnen Chemikalien nicht schädlich. Doch als Mischung wirkten sie neurotoxisch – ein Risiko für die Gesundheit ungeborener Kinder. Solche Mischungseffekte werden im EU-Chemikalienrecht UBA (2022): Bewertung & Regulierung von Chemikalien Mischungen unter REACH.bislang kaum berücksichtigt.

Es wird immer deutlicher, dass viele Erkrankungen wie zum Beispiel Allergien, Störungen des Immunsystems, Fettleibigkeit oder die Entwicklung des Nervensystems mit der Chemikalienexposition im Mutterleib oder in der frühen Kindheit im Zusammenhang stehen.

Dr. Gunda HerberthUFZ-Umweltimmunologin und Leiterin der LiNA-Studie

Beim Ernährungsumschau (2008): Melamin – Chronik eines Skandals.Milchpulverskandal von 2007 führte Babynahrung aus China zu Nierenschäden bei Babys und Todesfällen – die Nahrung war mit Melamin gestreckt, einem PMT-Stoff (mehr zu unterschiedlichen Stoffen hier). Dem ging ein Tierfutterskandal voraus: Die fatale Kombination von Melamin (KFT (2024): Melamin: Frankreich stuft Stoff als reproduktionstoxisch ein.in Kinder- und Campinggeschirr, Düngemitteln) und Cyanursäure (in Desinfektionsmitteln), die dem Futter beigemischt war, efsa (o.J.): Wenn chemische Stoffe sich mischen. verstärkte sich gegenseitig. Viele Hunde und Katzen starben an Nierenversagen, woraufhin die EFSA die Höchstwerte für beide Stoffe reduzierte.

Gesundheitsschäden mit Zeitverzögung

Zwischen Chemikalienexposition und Krankheitsausbruch können Jahre oder Jahrzehnte liegen. Das vernebelt die Zusammenhänge zwischen chemischen Stoffen und menschlicher Gesundheit. Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) geht davon aus, WBGU (2023): Hauptgutachten – Gesund leben auf einer gesunden Erde.dass ihr „Beitrag zur globalen Krankheitslast mit ziemlicher Sicherheit unterschätzt“ wird. Die WHO schätzt die Zahl der Todesfälle, die mit Chemikalien in Verbindung stehen, für das Jahr 2019 auf rund 2 Millionen – im Jahr 2012 lag die Zahl noch bei WBGU (2023): Hauptgutachten – Gesund leben auf einer gesunden Erde.1,3 Millionen. Eine Hauptrolle spielen Stäube und krebserregende Stoffe am Arbeitsplatz sowie – noch immer – das Schwermetall Blei.

Giftiges Blei wirkt bis heute nach

Krebs, Hormonstörungen, Hirnschäden: Beispiele für Gesundheitsrisiken

Krebserkrankungen: Seit den 1970er Jahren wurden Cohen et al. (2019): Environmental exposures and cancer: using the precautionary principle.laut einer US-Studie über 87.000 Chemikalien für kommerzielle Nutzung zugelassen, doch nur rund 1.000 auf ihr krebserregendes Potenzial untersucht. Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) stufte etwa 500 davon als „bekannt“ bis „möglicherweise“ krebserregend ein. Während in Europa und den USA heute dank medizinischer Fortschritte immer weniger Menschen an Krebs sterben, gibt es Ausnahmen: wie entlang der sogenannten „Cancer Alley“. In diesem etwa 130 Kilometer langen Korridor am Mississippi in Louisiana, USA, stehen über 150 Fabriken und Raffinerien. Die Luft ist hochgradig The Guardian (2024): Air in Louisiana’s ‘Cancer Alley’ likely more toxic than previously thought.mit dem Gas Ethylenoxid belastet. Die Krebs- und Krankheitsraten sind dort so hoch Singer (2011): Down Cancer Alley: The Lived Experience of Health and Environmental Suffering in Louisiana’s Chemical Corridor.wie kaum anderswo in den USA.

Störungen des Hormonhaushalts und der Fortpflanzung: Bestimmte chemische Verbindungen, sogenannte endokrine Disruptoren, Gómez-Olarte et al. (2024): The ENDOMIX perspective: how everyday chemical mixtures impact human health and reproduction by targeting the immune system.beeinflussen das Hormonsystem. Diese Umwelthormone gehören damit DDG (2024): Unsichtbare Gefahr aus Alltagsprodukten.zur gleichen Gefahrenklasse wie krebserregende Substanzen. Sie finden sich in Plastikprodukten (Bisphenole, Phthalate), Körperpflege, Pestiziden, Flammschutzmitteln und vielen anderen Produkten – die meisten Menschen sind BfR (2022): Fragen und Antworten zu endokrinen Disruptoren.täglich mit ihnen in Kontakt. Endokrine Disruptoren können Entwicklungsstörungen verursachen und DER SPIEGEL (2018): Warum kommen Kinder immer früher in die Pubertät?lösen bei Kindern wahrscheinlich frühere Pubertät aus. Indem sie die Hormone und den Stoffwechsel stören, können sie das Risiko für Krebs und andere Erkrankungen steigern. Und sie beeinträchtigen die Fruchtbarkeit von Männern und Frauen – Brehm, Flaws (2019): Transgenerational Effects of Endocrine-Disrupting Chemicals on Male and Female Reproduction.laut einigen Studien sogar über Generationen hinweg.

„Umwelthormone sind tatsächlich allgegenwärtig – wir können uns ihnen kaum entziehen. Auch wenn wir nur kleinste Mengen dieser Substanzen aufnehmen, dies aber über einen längeren Zeitraum, so kann das ernsthafte Auswirkungen auf unsere Gesundheit haben.“
Prof. Dr. Ana Zenclussen, Immunologin und  Leiterin des Departments Umweltimmunologie am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung, im Gespräch mit dem Medienservice Klima & Gesundheit

Wie Umwelthormone Adipositas begünstigen

Die Zellen unseres Immunsystems besitzen Rezeptoren, wo unsere Hormone andocken können. Oder auch Chemikalien, die unseren Hormonen ähneln – wie endokrine Disruptoren. Es kommt zu chronischen Entzündungen und so zur Vermehrung von Fettzellen.

„Wenn dann noch eine ungesunde Lebensweise dazukommt, wirken diese Umwelthormone als Trigger und begünstigen die Entstehung von Adipositas.“
– Prof. Dr. Ana Zenclussen, Immunologin und  Leiterin des Departments Umweltimmunologie am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung, im Gespräch mit dem Medienservice Klima & Gesundheit

Beeinträchtigung des Immunsystems

Verschiedene Chemikalien, Malter (1989): Immunsuppressive Wirkung von Chemikalien.wie Pestizide und Polychlorierte Biphenyle, können die Immunantwort des Körpers hemmen. Chinesische Forschende führen die steigende Rate an Autoimmunerkrankungen auf Huang et al. (2023): Endocrine-disrupting chemicals and autoimmune diseases.die alltägliche Exposition mit Stoffen wie Weichmachern (BPA, Phthalate) zurück. UFZ (2025): PFAS beeinflussen zelluläre Immunantwort auf Corona-Virus.Das Leipziger Umweltforschungszentrum zeigte auf, dass PFAS zu einer verringerten Antikörperantwort nach Impfungen führen und so die Wirksamkeit von Corona-Impfungen einschränken.

Atemwegserkrankungen

Luftverschmutzung durch industrielle Chemikalien, Feinstaub und Pestizide (vor allem Organophosphat- und Carbamat-Insektizide) Elonheimo et al. (2022): Environmental Substances Associated with Chronic Obstructive Pulmonary Disease—A Scoping Review.trägt zu chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) bei und kann die Lungenfunktion einschränken.

Schädigung des Nervensystems

Einige Spektrum.de (2024): Stoffe in Desinfektionsmitteln beeinträchtigen Hirnzellenentwicklung.Alltagschemikalien in Desinfektionsmitteln und Flammschutzmitteln sind gefährlich für das menschliche Gehirn, vor allem von Kindern und Embryonen. Parkinson ist mittlerweile nach Pestizideinsatz, allen voran Glyphosat, NDR (2024): Berufserkrankung bei Landwirten: Pestizide verursachen Parkinson.als Berufskrankheit anerkannt; eine Studie ermittelte Paul et al.(2023): A pesticide and iPSC dopaminergic neuron screen identifies and classifies Parkinson-relevant pesticides.für 53 von 300 untersuchten Pestiziden ein erhöhtes Risiko für die neurodegenerative Erkrankung. Pestizid-Mischungen wirken dabei besonders neurotoxisch.

„Der besorgniserregende Anstieg von Entwicklungsstörungen des Gehirns macht die Untersuchung möglicher Beiträge von Chemikalien immer dringender.“
– Thomas Hartung, Toxikologe an der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health, Quelle: Science Media Center Germany

 

„Ein großes Problem ist, dass in Europa in der Regel Industriechemikalien nie für Entwicklungsneurotoxizität getestet werden.“
– Prof. Dr. Marcel Leist, Professor für In-vitro-Toxikologie und Biomedizin, Fachbereich Biologie, Universität Konstanz, Quelle: Science Media Center Germany

Auch in Plastikprodukten stecken Umwelthormone, sog. endokrine Disruptoren, die starke und langfristige Auswirkungen auf die Gesundheit haben können.

Grafik: PLASTIKATLAS S. 16| Appenzeller/Hecher/Sack, CC BY 4.0

Steckbrief PFAS: "Ewigkeitschemikalien" im Überblick

Was sind PFAS?

Besondere Eigenschaften

  • Wasser-, fett- und schmutzabweisend
  • Extrem beständig
  • Elektrisch isolierend
  • Durch molekulare Struktur nahezu unzerstörbar („Ewigkeitschemikalien“)
  • TFA (Trifluoressigsäure), eine kurzkettige Perfluorcarbonsäure, ist das letzte Abbauprodukt vieler PFAS.

Alltägliche Verwendung

  • Antihaftbeschichtungen (Teflon-Pfannen, Waffeleisen, Sandwich-Grills…)
  • Wasserdichte Outdoor-Bekleidung und Textilien wie Regenjacken
  • Lebensmittelverpackungen (Coffee-to-go-Becher, Pizzakartons…)
  • Backpapier
  • Kosmetikprodukte wie Shampoo und Zahnseide
  • Teppiche
  • Imprägnierspray für Schuhe und Textilien
  • Fotopapier
  • Medizintechnik
  • Ski-Wachs
  • Wärmepumpen
  • Brandschutzmittel / Feuerlöschschäume
  • BMUKN (o.J.): Per- und polyfluorierte Chemikalien (PFAS).Pflanzenschutzmittel
  • Kältemittel in Kühlsystemen (DUH (o.J.): F-Gase: Treiber der Klima- und PFAS-Krise.gasförmige PFAS)

Umweltbelastung

  • Ewigkeitschemikalien zerfallen nicht in der Natur (Persistenz)
  • Kontinuierliche Anreicherung in Ökosystemen (UBA (2025): Besorgniserregende Eigenschaften von PFAS.Bioakkumulation)
  • Kontamination von Böden, Gewässern, Nahrungsmitteln, Lebewesen (punktuell z.B. durch Feuerlöschschäume, Kompostmaterialien)
  • Weite Transporte über Luft, Niederschläge, Gewässer (Mobilität)
  • PFAS finden sich heute sogar an den entlegensten Regionen, von tibetischen Gletschern bis ins UBA (2025): Schadstoffe in der Antarktis.antarktische Eis

Klimawirkung

Gesundheitsrisiken

Quelle: Originalgrafik der European Environment Agency CC BY 4.0 (nach US National Toxicology Program, (2016); C8 Health Project Reports, (2012); WHO IARC, (2017); Barry et al., (2013); Fenton et al., (2009); and White et al., (2011).) Eigene Übersetzung/Bearbeitung der Stiftung Gesunde Erde – Gesunde Menschen.

 

Beispiele für mehr als 1500 PFAS-Fundorte in Deutschland

PFAS-Karte in Europa

 

Mittelbaden (seit 2013):

Altötting/Bayern (seit 2006):

Niedersachsen/Ochtum (2020):

PFAS bundesweit in Trink- und Leitungswasser (2024):

Nord- und Ostsee (2025):

Regulierungsversuche

In Frankreich und Dänemark sehen wir: Die Nationalstaaten sind vorangegangen, hier gibt es PFAS-Verbote. Es hilft also, wenn man sich engagiert.

Stella GlogowskiLeiterin der Fachgruppe Lebensmittel & Ernährung in der Verbraucherzentrale Hessen

Chemikalienbelastung in Deutschland

Wie es um die Chemikalienbelastung in Deutschland steht, analysieren das Umweltbundesamt (UBA) und das Robert Koch-Institut (RKI) im Rahmen der UBA (2017): Deutsche Umweltstudie zur Gesundheit, GerES. Deutschen Umweltstudie zur Gesundheit (GerES) seit 1985. Die letzte Erhebung UBA (2024): Deutsche Umweltstudie zur Gesundheit, GerES VI (2023-2024).GerES VI von 2023 – 2024 untersuchte die erwachsene Bevölkerung deutschlandweit.
Hohe Wellen schlug der UBA (2025): Fund eines Weichmachers in Urinproben – Fragen & Antworten.Fund von Phthalaten im Urin von Kindern und Erwachsenen im Jahr 2023/24. Als Quelle entpuppten sich schließlich Sonnencremes. Diese enthalten den Verbraucherzentrale (2025): Verbotener Weichmacher im Urin von Kita-Kindern: Ursache Sonnencreme?zugelassenen UV-Filter DHHB, der jedoch mit dem verbotenen Weichmacher DnHexP verunreinigt sein kann. Ein aktuelles Beispiel, wie innerhalb weniger Wochen ein Stoff entdeckt, die Quelle gefunden und die deutsche Öffentlichkeit informiert wurde, sowohl von Stiftung Wartentest (2025): Kritischer Stoff in Sonnen­creme – was Sie dazu wissen sollten.Verbraucherschützern, als auch MIT Technology Review (2024): Deep Dive: Nicht nur Mikroplastik und PFAS – Welche Chemikalien noch in unserem Körper landen.Behörden und Forschenden.

Wer ist wie belastet? Kinder, Schwangere und Frauen tragen ein höheres Risiko

Menschen bzw. gesellschaftliche Gruppen sind unterschiedlich mit Chemikalien belastet. Das liegt an unterschiedlichem Verhalten, aber auch an der Biologie.

Geschlechter unterschiedlich betroffen

Geschlechterrollen und Arbeitsplatz University of Gothenburg (2021): Chemical exposure: what has gender got to do with it?nehmen genauso Einfluss wie das Konsumverhalten. Männer essen z.B. SPIEGEL (2024): Männer essen mehr Fleisch als Frauen – besonders in Deutschland. im Durchschnitt mehr Fleisch, eine häufige Quelle für foodwatch (2016): Dioxine und PCB.Dioxine, BfR (2018): Fragen und Antworten zu Dioxinen und PCB in Lebensmitteln.PCB und BfR (2024): Futtermittel sind ein Schlüssel zur Einhaltung von PFAS-Höchstgehalten in tierischen LebensmittelnPFOS. Frauen hingegen, die häufiger Hausarbeit übernehmen, kommen mehr mit Reinigungsmitteln in Kontakt. Über Kosmetikprodukte können sie vermehrt Stoffe wie Titandioxid, Paraffine und Mikroplastik aufnehmen. Phthalat-Weichmacher stecken sogar in The Guardian (2019): Phthalates: why you need to know about the chemicals in cosmetics.Shampoo, Nagellack oder Hygieneprodukten. Frauenkörper haben mehr Fettgewebe und speichern deswegen Schadstoffe UNDP (2011): Chemicals and gender.tendenziell stärker, z.B. Heinrich-Böll-Stiftung (2022): Ungleich verteilte Risiken. fettlösliche Chemikalien wie Phthalate.

Mehr Risiken in Schwangerschaft und Stillzeit

Viele Schadstoffe überwinden die Plazentaschranke oder werden über die Muttermilch an Fötus bzw. Kleinkind weitergeben. Da vor und kurz nach der Geburt die Stoffwechselprozesse eines Kindes geprägt werden, können Umwelthormone hier großen – und lebenslangen – Schaden anrichten.

„Chemikalientests vergessen ausgerechnet vulnerable Gruppen wie junge Frauen, Schwangere, Ungeborene oder Kinder. Ungeborene haben aber viel mehr Hormonrezeptoren. Da fast alle Chemikalien plazentagängig sind, ist also nicht nur die Schwangere betroffen, sondern der Fötus immer gleich mit.
– Prof. Dr. Ana Zenclussen, Immunologin und  Leiterin des Departments Umweltimmunologie am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung, im Gespräch mit dem Medienservice Klima & Gesundheit

Kinder besonders gefährdet

Kinder nehmen im Vergleich mit Erwachsenen mehr Schadstoffe auf, da sie eine höhere Atemfrequenz haben und pro Kilogramm Körpergewicht viermal mehr essen sowie fünfmal mehr trinken. Indem kleine Kinder häufig Aurisano et al. (2021): Estimating mouthing exposure to chemicals in children’s products.Gegenstände in den Mund nehmen, gelangen ebenfalls Stoffe aus Spielzeug und Babyprodukten in den Kinderkörper. Oft finden sich mehr Chemikalien BUND (o.J.): Chemikalien im Haus – ein Elternratgeber.im Blut von Kindern als in dem ihrer Mütter.

Trotz EU-weiter Verbote entdeckt das europäische Schnellwarnsystem Europäische Kommission (o.J.): Safety Gate: the EU rapid alert system for dangerous non-food products.Safety Gate (früher RAPEX) kritische Chemikalien immer wieder auch in Spielzeug, Kleidung und anderen Produkten. Problematisch sind Waren aus Fernost, die über Online-Plattformen wie Shein, BEUC (2025): Under the Microscope: Tests of Temu Products by Consumer Groups.Temu oder CHIP (2024): Amazon greift mit eigenem Billig-Shop Temu und Shein an.Amazon Haul direkt zum Verbraucher gelangen. Sie werden oft unzureichend kontrolliert, sind teils sogar inFranken (2024): Bestellst du bei Temu, Shein und Co.? TÜV mit dringender Warnung.mit falschen CE-Siegeln bedruckt. Südkoreanische Behörden meldeten im Jahr 2024, Produkte von Shein, Temu und AliExpress waren heise online (2024): Temu und Shein: Produkte hundertfach giftiger als erlaubt.teilweise hundertfach stärker belastet als erlaubt. Der Interessenverband Toy Industries Europe Toy Industries Europe (2024): 80% of toys bought from third-party traders on online marketplaces fail EU safety standards and could be a danger to children.veröffentlichte eine Liste mit über 80 Spielzeugen aus China, die u.a. wegen Schadstoffbelastung geltende Sicherheitsstandards verletzten. tagesschau (2025): EU will Kinderspielzeug sicherer machen.Ab 2029 könnte in der EU deswegen ein digitaler Produktpass für Spielzeug gelten.

Auch Ältere betroffen

Wer länger lebt, ist tendenziell stärker chemisch belastet. Erst UBA (2016): Umweltschadstoffe und Alterskrankheiten.seit relativ kurzer Zeit wird der Frage nachgegangen, wie Umweltgifte auch Alterserkrankungen beeinflussen oder sogar hervorrufen, etwa, indem Schadstoffe neurologische Funktionen beeinträchtigen. Ranft et al. (2009): Long-term exposure to traffic-related particulate matter impairs cognitive function in the elderly.Forschende der Universität Düsseldorf kamen zum Schluss, dass Seniorinnen in kognitiven Tests schlechter abschnitten, wenn sie im Alltag mehr Luftschadstoffe geatmet hatten.
Außerdem wurden im Rahmen Nihart et al. (2025): Bioaccumulation of microplastics in decedent human brains.einer aktuellen Studie in Gehirnen von Menschen mit Demenz deutlich höhere Mengen an Mikro- und Nanoplastik gefunden als in Gehirnen von Menschen ohne Demenz.

„Ein alter Mensch ist eine Art Endlager für diese Stoffe.“
– Dr. Marike Kolossa-Gehring, Biologin und Toxikologin am UBA, Quelle: heise magazine

Sozioökonomische Unterschiede

Zwar sind Menschen mit höherem Bildungsstand und Einkommen besser über Gesundheitsrisiken durch chemische Stoffe informiert. Doch zugleich sind sie ECEHH (2013): Study links chemicals in our body with income. stärker mit Schadstoffen wie Quecksilber, Arsen und Cäsium belastet. Dabei könnte die Ernährungsweise eine Rolle spielen, ebenso wie Haustiere und Einrichtungsgegenstände. MIT Technology Review Podcast (2024): Deep Dive: Nicht nur Mikroplastik und PFAS – Welche Chemikalien noch in unserem Körper landen.Ärmere Bevölkerungsschichten sind dagegen eher mit Blei und Zigarettenrauch-Schadstoffen belastet und leben häufiger in der Nähe von Industrieanlagen.

Wirtschaft & Gesellschaft

Die besondere Rolle der „Chemienation Deutschland“

Deutschland ist der größte Chemieproduzent Europas und, gemessen am Umsatz, Die Bundesregierung (2023): Pressemitteilung 189.weltweit die Nummer vier (hinter China, USA, Japan). Die Branche ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und Innovationstreiber, ihre Umsätze sichern Arbeitsplätze und Infrastruktur.

Die Chemieindustrie ist in vielen Regionen Deutschlands Teil der lokalen Identität: Regionen wie Leverkusen (Bayer) und Ludwigshafen (BASF) sind rund um Chemieparks gewachsen, Städte wie Marl, Leuna oder Dormagen untrennbar mit der Branche verbunden. Kritik an Chemieindustrie wird deswegen oft als Angriff auf Arbeitsplätze und regionale Identität empfunden. Ökotest (2024): Verbrauchermonitor: Viele Befragte wissen wenig über PFAS.Umfragen zeigen, dass vielen Menschen die möglichen Gesundheitsrisiken z.B. durch PFAS noch unbekannt sind.

Was uns Chemikalien kosten

Chemikalien-Produktion und -Einsatz verursachen zugleich große ökonomische und gesellschaftliche Kosten durch Schäden an Gesundheit und Umwelt.

Allein die Plastikproduktion verursacht geschätzt weltweit Gesundheitskosten von Landrigan et al. (2023): The Minderoo-Monaco Commission on Plastics and Human Health.über 250 Milliarden Dollar. Hinzu kommen ökologische Schäden durch den Verlust von Artenvielfalt und Ökosystemleistungen, Einbußen bei Landwirtschaftserträgen und Gewässerbelastung.

Der Pestizidatlas der Böll-Stiftung kalkuliert Schäden und Kosten in der EU durch hormonschädliche Chemikalien: Pestizidatlas 2022, S. 18.

Grafik: Pestizidatlas, Eimermacher/Puchalla, CC BY 4.0

Chemienation Deutschland: Auf dem Weg zur Nachhaltigen Chemie?

Der Chemiestandort Deutschland steht an einem Scheideweg: Einerseits ist die Branche ein bedeutender Emittent und Umweltbelaster, andererseits UBA (2024): Nachhaltige Chemie. besitzt sie die Innovationskraft, um eine nachhaltige Wirtschaftsweise entscheidend mitzugestalten. Während global der Trend zu mehr Emissionen und schädlichen Stoffen weist, können deutsche Unternehmen eine Vorreiterrolle für nachhaltige Chemiekonzepte einnehmen und als „wichtiger Innovationstreiber für die deutsche Wirtschaft“ fungieren.

Die deutsche Chemieindustrie ist mit Abstand der wichtigste Lieferant von Materialinnovationen und versorgt beispielsweise die Nahrungsmittel-, Pharma-, Halbleiter- und Umwelttechnikindustrie. Außerdem zahlen die Patente, die aus der chemischen Forschung stammen, in außerordentlichem Maße auf die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen ein.

Dr. Christian Rammerstellvertretender Leiter des ZEW-Forschungsbereichs "Innovationsökonomik und Unternehmensdynamik"

Die deutsche Chemieindustrie spielt so bislang eine ambivalente Rolle. Auf der einen Seite steht sie in der Kritik, zögerlich auf nachhaltige Entwicklungen zu reagieren und an nachgewiesen gesundheits-, umwelt- und klimaschädlichen Stoffen festzuhalten:

Auf der anderen Seite stehen positive Entwicklungen:

Konkret

Lösungsansätze

Chemikalien sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken, aber ihre Nutzung muss möglichst sicher für Mensch und Natur erfolgen. Die Bewältigung der wachsenden Chemikalienverschmutzung und ihren Folgen erfordert Handeln auf allen Ebenen – von internationalen Abkommen über nationale Regulierungen bis hin zu industriellen Innovationen. Die folgende Aufstellung ist eine Sammlung an systemischen bzw. politischen Maßnahmen und Lösungsansätzen. Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern verdeutlicht wichtige Aktionsfelder.

Nachhaltige Chemie und Innovationen fördern

Das Konzept der Nachhaltigen und der Grünen Chemie bietet eine Perspektive, Umwelt- und Gesundheitsschutz mit wirtschaftlicher Innovation und Wettbewerbsfähigkeit zu verbinden. Auch aus den Chemiker-Fachkreisen selbst wächst der Druck auf die Branche, neue Wege zu gehen: Beim Nobel-Symposium an der Stockholmer Universität entwickelten im Frühjahr 2025 führende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt eine Stockholm Declaration (2025): Stockholm Declaration on Chemistry for the Future. Deklaration für die Chemie der Zukunft, um künftig unbeabsichtigte für Mensch und Planet zu vermeiden. Dazu müsste sich die Chemiebranche u.a. so entwickeln, dass sie nicht mehr auf giftige, seltene oder persistente Stoffe setzt, sondern auf ungiftige, erneuerbare und gut abbaubare Stoffe.

Besser regulieren, Risikomanagement verbessern

Ob DDT, Blei oder das Treibhausgas FCKW: Die Geschichte zeigt, welch wichtige Rolle Regulierungen und Verbote spielen, um die Gesundheit von Mensch und Natur zu schützen. Heute dreht sich die Regulierungsdebatte v.a. um PFAS. Doch ein Verbot kann nur verhindern, dass ein gefährlicher Stoff weiter in Umwelt und Alltag gelangt, wenn seine schädliche Wirkung bekannt ist – und wenn das Verbot letztlich greift, ist er auch bereits in der Welt. Besser wäre, Helmholtz KLIMA (2025): Chemikalien und Plastik: Unvorhergesehene Langzeitfolgen.neue synthetische Stoffe so zu designen und auch Herstellungsverfahren so zu gestalten, dass sie für Mensch und Natur sicher und nachhaltig sind. Dies kann bislang auch die strenge REACH-Verordnung der EU nicht gewährleisten.

Derzeit wird die europäische REACH-Verordnung reformiert. REACH gilt Fachleuten als gutes Instrument, das aber bisher zu reaktiv und langsam arbeitet. Rund 80 % der Chemikalien, die derzeit unter REACH registriert sind, sind seit mindestens 10 Jahren in Gebrauch, Richardson et al. (2023): Earth beyond six of nine planetary boundaries.haben aber bislang keine Sicherheitsbewertung erhalten.

Zugleich wird die REACH-Revision von der Wirtschaft und insbesondere der Chemieindustrie stark kritisiert. Im Zuge des Bürokratieabbaus fordern Verbände ebenfalls etwa, die Verfahren zu beschleunigen, jedoch dabei zu vereinfachen und Dokumentationsanforderungen zu senken. Im Lobbyregister des Bundestags finden sich Forderungen, PFAS-Verbotsverfahren sofort zu stoppen oder die CLP-Verordnung, die nun auch Umwelthormone (endokrine Disruptoren) und PMT-Stoffe, also besonders langlebige, mobile und ggf. toxische Stoffe umfasst, auszusetzen.

Folgende Reformschritte erachten Stimmen aus Forschung und Wissenschaft u.a. für besonders wichtig für den Schutz von Gesundheit, Natur/Klima und Gesellschaft:

Umweltrisiken durch Arzneimittel begrenzen

Was tun?

So kann uns die Verhaltensforschung bei der Bewältigung helfen

Zu häufig wird in der Berichterstattung zu Umwelt-, Klima- und Gesundheitsthemen auf individuelle Lösungen fokussiert. Viel wichtiger sind aber politische Maßnahmen wie oben dargestellt. Um wiederum zu verstehen, was die Akzeptanz der verschiedenen Maßnahmen beeinflusst, braucht es Erkenntnisse über die Einstellung der Bevölkerung und verschiedenen gesellschaftlichen Akteur:innen. Für die Berichterstattung stellt sich daher auf der Metaebene die Frage, wie verschiedene Formen der Berichterstattung (konstruktiver Journalismus etc.) zu einem Umdenken, einer Mobilisierung oder einer Verhaltensänderung zugunsten der eigenen Gesundheit führen können. Bei dem gleichermaßen alltagsnahen als auch risiko- und problemlastigen Thema Chemikalien steht eine Medienberichterstattung vor einer besonderen Herausforderung, nuanciert zu informieren, ohne die Menschen zu überfordern.

Die freie Entscheidung der Verbraucher, Produkte zu wählen, die möglichst frei von kritischen Stoffen sind, kann für Mensch und Natur von Vorteil sein, vermittelt jedoch auch politischen und wirtschaftlichen Entscheiderinnen und Entscheidern: Mehr Nachhaltigkeit ist gewünscht. Medienberichterstattung kann die notwendigen Informationen für solche Entscheidungen liefern und zugleich mögliche Lösungen (ob im individuellen Konsum oder z.B. durch Unternehmen, Forschung oder Innovationen in allen Bundesländern, Beispiele unten) vorstellen. Auch Hintergrundinformationen zu Regularien von chemischen Stoffen zu liefern, ist in Zeiten eines stark auf Bürokratieabbau fokussierten Diskurses wichtig, um Menschen – ob als Verbraucher, Arbeitnehmer oder Arbeitgeber – ein differenziertes Bild zu ermöglichen – insbesondere in einem so weiten und nur schwer durchdringbaren Themenbereich wie Chemikalien.

Konkrete Tipps zu vermitteln kann helfen, Menschen auf die Risiken von Chemikalien in Alltag und Umwelt hinzuweisen, aber eine Überforderung zu vermeiden.

Hilfreiche Apps nutzen:

Handlungsspielräume für Kommunen:

Systemische Unterstützung:

Regionale Beispiele

Erfolgsbeispiele aus Deutschland

Positive Kommunikation mit konkreten Beispielen und guten Geschichten aus dem Leben der Menschen macht das Erzählte nicht nur erlebbarer und nachvollziehbarer, sondern kann auch Selbstwirksamkeit und Handlungswillen vermitteln. Bei der Klimakommunikation hat sich gezeigt: Es kann Menschen motivieren, dass viele Menschen schon etwas bewegen und aktiv sind. Daher stellen wir hier Beispiele von Projekten, Organisationen, Einzelpersonen, Behörden oder auch Unternehmen aus verschiedenen Regionen Deutschlands vor, die passend zum Thema aktiv geworden sind. Das Team von Good News Magazin hat uns bei der Auswahl der regionalen Beispiele unterstützt. Wir wollen damit Inspiration für die eigene Recherche liefern, eine Bewertung haben wir nicht getroffen. Erfolgsbeispiele sind hilfreich, um zu motivieren, können aber auch die Komplexität der Lösungen reduzieren. Die Prüfung, inwiefern Projekte jeweils wirklich hilfreich sind, welche Zielkonflikte sie auslösen oder ob sie sogar nur Greenwashing darstellen, kann nur im jeweiligen Einzelfall erfolgen.

Baden-Württemberg

Die Chemikerin Dr. Katrin Schuhen und ihre gemeinnützige GmbH Wasser 3.0 entwickeln in Karlsruhe Technologien zur Entfernung von Mikroplastik aus Gewässern. Für Aufsehen sorgte ein Gel, das Mikroplastik verklumpt. Dieses kann dann abgeschöpft und wiederverwendet werden. Der Ansatz ist kostengünstig, effizient und hilft, die Belastung an Hotspots wie Industrie- und Abwasseranlagen zu reduzieren. Die Einnahmen des Unternehmens fließen wiederum in weitere Forschung, Entwicklung sowie Aufklärung in Schulen und politische Arbeit, um die alarmierende Plastikverschmutzung nachhaltig einzudämmen.

Quelle: Wasser 3.0

Bayern

In Weißenburg ist eine Kläranlage in Betrieb, die eine vierte Reinigungsstufe besitzt: Durch eine Kombination aus Ozonbehandlung und Aktivkohlefiltration werden auch chemische Rückstände, Arzneimittelrückstände und Hormone aus dem Wasser gefiltert. Bis zu 87 Prozent dieser schädlichen Stoffe eliminiert die Anlage bereits und reduziert damit die Belastung von Flüssen und Bächen.

Quellen: Tagesschau

Brandenburg

Luckenwalde fördert Innovationen in der Biotechnologie und Biochemie bei kleinen und mittleren Unternehmen. Ein Erfolgsbeispiel ist das Medizintechnik-Unternehmen ZeoSys Medical, das als erstes weltweit die behördliche Zulassung für die Wiedergewinnung des Fertigarzneimittels Sevofluran erlangte. Auch weitere Anästhesiegase wie Desfluran und Isofluran können während Operationen mit einer Absauganlage aufgefangen und später wiederverwendet werden. Das ressourcenschonende und emissionsreduzierende Kreislaufsystem kommt in Krankenhäusern europaweit zum Einsatz.

Quellen: ZeoSys Medical

Bremen

Beim Baggern und Bauen werden viele Schadstoffe freigesetzt. Zu den häufigsten gehören Schwermetalle wie Blei, Cadmium, Quecksilber und Arsen oder per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC). Die Hegemann-Reiners-Gruppe in Bremen hat sich daher auf die Aufarbeitung und Wiederverwertung von Rest- und Abfallstoffen spezialisiert. Auch Studierende der Uni Bremen können im Unternehmen lernen, wie aus Sedimenten, Schlacken und Baggergut nachhaltige Ersatzbaustoffe hergestellt werden.

Quelle: Hegemann-Reiners-Gruppe

Hamburg

2020 gründeten Anne Lamp und Johanna Baare in Hamburg das Start-up Traceless, um eine Alternative zu herkömmlichem Plastik zu schaffen und die Verschmutzung durch Mikroplastik zu bekämpfen. Ihr aus Pflanzenresten bestehendes Granulat kann in verschiedenste Formen weiterverarbeitet werden und wird inzwischen von einer Reihe größerer Unternehmen verwendet. Da das Produkt aus natürlichen Polymeren besteht, ist es binnen kurzer Zeit kompostierbar und hinterlässt keine Spuren in der Umwelt.

Quelle: Traceless

Hessen

Das Start-up CO2BioClean hat im Industriepark Frankfurt Höchst eine Pilotanlage eröffnet, die Kohlenstoffdioxid-Emissionen aus Industrieanlagen in biologisch abbaubare Biokunststoffe umwandelt. Das Verfahren basiert auf Fermentation. Neu daran ist, dass für den Prozess ein Organismus eingesetzt wird, der CO₂ verwenden kann. Somit können Emissionen nicht nur reduziert werden, sondern die entstehenden Polymere sind gleichzeitig kompostierbar sowie wirtschaftlich und vielseitig einsetzbar, etwa für Medizinprodukte oder Saatgutbeschichtungen.

Quelle: Wirtschaft Hessen

Mecklenburg-Vorpommern

Irina Chulkova forschte als Allergikerin im eigenen Kräutergarten und wandelte schließlich ihren Hofladen in eine Manufaktur für hautfreundliche Naturkosmetik. Spirit of Rügen produziert heute in Sassnitz und verwendet ausschließlich pflanzliche und biologisch abbaubare Inhaltsstoffe, die plastikfrei verpackt werden. Die Kosmetika werden in Glasfläschchen mit einem Pfandsystem verkauft. Durch die konsequent nachhaltige Unternehmensphilosophie sollen Schadstoffe vermieden und die Insel und ihre Ostseeküste als Urlaubsort geschützt werden.

Quelle: Ostsee Zeitung

Niedersachsen

Die TU Braunschweig hat ein Verfahren entwickelt, bei dem aus Klärschlamm nachhaltiger Dünger hergestellt wird. 70 Prozent des im Klärschlamm vorhandenen Phosphats können durch die Methode mithilfe rein biologischer Mittel herausgefiltert werden. Die so gewonnenen Salze und Ester sind schadstofffrei und wurden von mehreren Verbänden in der Europäischen Union als Düngemittel für die ökologische Landwirtschaft freigegeben.

Quellen: TU Braunschweig

Nordrhein-Westfalen

Das Aachener Start-up Aixponic hat ein schadstofffreies Kreislaufsystem entwickelt, das ganzjährig ein regionales Angebot an Gemüse und gezüchtetem Fisch ermöglicht. Bei dem System, das auf Aquaponik basiert, bietet das Abwasser der Fischzucht wertvolle Nährstoffe für die Pflanzen. So wird zusätzlicher Dünger unnötig, denn Nitrat, Phosphat und Kalium werden direkt für den Anbau verwendet und gelangen jeweils nicht ungefiltert in die Umwelt.

Quelle: Aixponic 

Rheinland-Pfalz

Der Speyerer Optiker Jan Strube macht aus dem ansonsten umweltschädlichen Schleifen von Brillengläsern einen möglichst nachhaltigen Kreislauf. Dafür leitet er das Schleifwasser durch ein spezielles Filtersystem, das feine Partikel und Rückstände auffängt. Im Anschluss verklumpen Mikroplastik- und Glaspartikel und setzen sich als feste Masse ab. Das Wasser wird so gereinigt, kann wiederverwendet werden und es gelangt kein Mikroplastik in die Umwelt. Stattdessen werden die gesammelten Kunststoff- und Silikonreste von einem Entsorgungsunternehmen abgeholt und dann für die Herstellung von Produkten wie Straßenpfosten weiterverwendet.

Quelle: Die Rheinpfalz

Saarland

Die Zahl der pestizidfreien Städte und Kommunen in Deutschland wächst stetig an. Ein Vorreiter ist Saarbrücken: Die Stadt schaffte bereits 1980 den Einsatz von Pestiziden ab, mit nur wenigen Ausnahmen wie Sportrasen oder Gewächshäusern. Stattdessen setzt die Stadt auf natürliche Mittel wie Wildwuchs, Wildkrautbürsten-Maschinen, Heißdampfmaschinen oder Infrarot- und Abflammgeräte. Glyphosat wurde in Saarbrücken noch nie eingesetzt.

Quelle: nur positive Nachrichten

Sachsen-Anhalt

Skeleton Materials errichtet im Chemiepark Bitterfeld-Wolfen die weltweit erste Produktionsstätte für „Curved Graphene“. Dieses innovative Kohlenstoffmaterial hat eine stark erhöhte Oberfläche und bietet sich so als leistungsstarker Energieträger an. 42 Millionen Euro investiert das Unternehmen in den Aufbau einer neuen Produktionsstätte. 18,3 Millionen davon sind Fördermittel des Landes Sachsen-Anhalt und der EU, die sich von Importen unabhängig machen wollen – immerhin stammen vier der fünf Ausgangsstoffe direkt aus dem Chemiepark Bitterfeld-Wolfen. Obendrein entsteht bei dem Herstellungsprozess bis zu zehnmal weniger CO₂ als bei herkömmlichem Graphit.

Quelle: Halle Saale Investvision 

Thüringen

Im ehemaligen Uranbergbaugebiet Ronneburg setzt ein Pilotprojekt ökologische Mittel wie Pflanzen, Bäume und Pilze für die Entgiftung und Renaturierung der Böden ein. Das Potenzial von Pflanzen, Schadstoffe und Schwermetalle zu absorbieren und dadurch die Bodenqualität erheblich zu verbessern, wird als Phytosanierung bezeichnet und in anderen Ländern bereits großflächig angewandt.

Quelle: idw

 

Tipps & Daten

Fragen zur weiteren Recherche:

  • Wie stark ist die Region durch Chemikalien belastet?
  • Wie hoch sind die Kosten, die Chemikalien und ihre Beseitigung in der Region verursachen?
  • Welche Lösungsansätze werden in der Region verfolgt?

Themenvorschläge:

  • Gibt es Industriestätten o.ä. in der Region, deren Produktion (potenziell) eine Gesundheitsgefahr darstellen könnten? Welche Sicherheitsmaßnahmen werden dort ergriffen? Was fordert die (Kommunal-)Politik?
  • Wie hoch ist der Energiebedarf und die Treibhausgas-Bilanz der örtlichen (Chemie-)Industrie? Wie hat sich diese in den vergangenen Jahren entwickelt? Wurden Emissionen eingespart und falls ja, wie?
  • Gibt es in der Region ein regelmäßiges Monitoring des Trinkwassers, der Gewässer und des Bodens? Welche Schadstoffe werden dort gemessen? Wie hat sich die Belastung in den letzten Jahren verändert?
  • Wie viele Pestizide werden in der lokalen Landwirtschaft eingesetzt? Gibt es Beispiele für Betriebe, die auf nachhaltige Landwirtschaft setzen? Wie unterscheidet sich deren Arbeit von der konventionellen Landwirtschaft?
  • Wie groß ist die Hochwasser-Gefahr in der Region? Gibt es kritische Stellen, bei denen im Ernstfall Chemikalien in das Gewässer gelangen könnten? Hat die Politik dieses Risiko auf dem Schirm und Präventionsmaßnahmen umgesetzt oder geplant?
  • Welche Infos bietet das Altlastenkataster in der Region? Sind die Daten öffentlich zugänglich? Welche Grundstücke sind besonders belastet und durch was?
  • Blick ins Archiv: Gab es in der Region in den letzten hundert Jahren aufsehenerregende Unfälle /Havarien oder Skandale, bei denen große Mengen giftiger Stoffe in die Umwelt gelangten? Was waren die Folgen? Gab es Verantwortliche, die zur Rechenschaft gezogen wurden? Wie sieht es an dem betroffenen Ort heute aus? Konnte die Natur sich erholen oder sind die Folgen immer noch messbar?
  • Expert:innen-Gespräch: Lassen sich ökonomische Folgen von Schadstoffbelastung vor Ort feststellen? Sind die Agrarerträge aufgrund chemischer Bodenverschmutzung gesunken oder die Kosten für das Gesundheitssystem wegen Krankheiten gestiegen, die im Zusammenhang mit Schadstoffen stehen?
  • Zu Besuch in einem Klärwerk: Wie werden Schadstoffe (z.B. Medikamentenrückstände) aus dem Wasser gefiltert? Welche Stoffe werden dort geprüft? Gibt es eine vierte Reinigungsstufe? Wie wird sichergestellt, dass keine gefährlichen Rückstände übrigbleiben? Was passiert mit dem gereinigten Wasser?
  • Investigativ: Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Schadstoffbelastung in der Region und Krebsfällen? Gibt es auffällige Ausreißer in Standort-Gemeinden (ehemaliger) Industrieanlagen bzw. Kraftwerke? Zahlen zu Krankheitsfällen sind in den jeweiligen Krebsregistern der Länder zu finden (Liste). Eine Aufschlüsselung bis auf Kreis- oder Gemeindeebene ist entweder beim jeweiligen Gesundheitsministerium zu erfragen oder findet sich in einem gesonderten Bericht (z.B. Krebsatlas für die Jahre 2013 bis 2022 im Saarland).
  • In einem Bericht (PDF) aus dem Jahr 2018 wiesen die zuständigen Landesämter in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz Mikroplastik an insgesamt 52 Messstellen in Gewässern in Süd- und Westdeutschland nach. Wurden diese Messungen dort zwischenzeitlich wiederholt – oder in der Region überhaupt mal Gewässer auf Mikroplastik untersucht?
  • Anfang 2023 sorgte eine Recherche über PFAS-Belastung für Furore: Die „Ewigkeitschemikalie“ konnte an 1500 Orten in Deutschland nachgewiesen werden (Karte). Wie viele dieser Orte gibt es in der Region? Woher stammt das PFAS? Wie viel würde die Beseitigung kosten? Wie haben die Behörden in der Region in den letzten Jahren auf diese Enthüllung reagiert?
  • Service: Schadstoffe sind zwar überall, doch viele Menschen versuchen, bei ihrem persönlichen Konsum auf schadstofffreie Produkte umzusteigen. Wie kann dies gelingen? Dazu hat die Verbraucherzentrale Tipps zusammengestellt: beispielsweise zum korrekten Umgang mit verpackten Lebensmitteln und umweltschonenden Entsorgung von potenziell schädlichen Abfall, worauf beim Kauf von Spielzeugen oder neuer Innenausstattung geachtet werden sollte und welche umweltfreundlichen Putzmittel es gibt.

Lokale Ansprechpartner:innen:

Allgemein: 

  • Gesundheitsämter der Kreise und Länder
  • Gesundheitsministerien der Länder
  • Umweltministerien der Länder
  • Landesämter für Umwelt
  • Landwirtschaftskammern der Länder
  • Landesämter für Verbraucherschutz
  • Verbraucherzentralen der Länder
  • Kommunale Entsorgungsbetriebe bzw. Abwasserverbände
  • Lokale Umweltverbände (z.B. BUND, Greenpeace o.ä.)

Wissenschaftliche Expert:innen:  

  • UFZ: Das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung bietet eine Expert:innendatenbank unter anderem zum Thema Ökotoxikologie an (Liste).
    • Das Forschungsprojekt LE-REP der Universität Leipzig und dem Department Umweltimmunologie am UFZ untersucht z.B. die Rolle von Umwelthormonen bei Fehlgeburten nach einer Kinderwunschbehandlung.
  • GDCh: Die Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V. fördert als wissenschaftliche Gesellschaft unter anderem das Verständnis für chemische Zusammenhänge in der Öffentlichkeit. Es existieren zahlreiche Ortsgruppen, die lokale Ansprechpartner:innen vermitteln können (Karte). Daneben beschäftigen sich Expert:innen in der Fachgruppe „Umweltweltchemie & Ökotoxikologie“ mit relevanten Themen.
  • Deutsche Atemwegsliga: Große Datenbank mit Fachkliniken mit Schwerpunkten Pneumologie, Allergologie o.ä.
  • KLUG: Die Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit ist ein Netzwerk von Einzelpersonen, Organisationen und Verbänden aus dem gesamten Gesundheitsbereich, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, über die Auswirkungen der Klimakrise auf die Gesundheit zu informieren. Die Pressestelle informiert über niedergelassene Ärzt:innen aus der Region, die sich bei als „transformative Arztpraxis“ an Netzwerk beteiligen.
  • Health for Future: Karte mit Ortsgruppen und Kontaktdaten zu beteiligten Mediziner:innen

Weitere Expert:innen: 

  • DWA: Die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. ist ein Expertennetzwerk, das sich für eine nachhaltige Wasserwirtschaft und für die Förderung von Forschung und Entwicklung einsetzt. Lokale Ansprechpartner:innen sind über die Landesverbände oder die Pressestelle zu erreichen.
  • BEF Germany: Das Baltic Environmental Forum Deutschland arbeitet daran, Umwelt und Gesundheit zu schützen – unter anderem durch Projekte zu Chemikalien. Ansprechpartner:innen sind auf der Website gelistet.

Daten für die eigene Region:

  • Informationen zu vielen relevanten Schadstoffen werden in Deutschland nicht systematisch erfasst – oder sind nicht in jedem Fall oder in jeder Region ohne Weiteres öffentlich zugänglich. Bei einem Verdacht können Journalist:innen (aber auch Privatpersonen) eine Anfrage nach dem Umweltinformationsgesetz (UIG) stellen. Als „Umweltinformation“ gelten u.a. Daten und Schriftstücke über den Zustand von Umweltbestandteilen in Luft, Gewässern oder Boden. Allgemeine Hintergründe zum Umweltinformationsgesetz hat das Umweltbundesamt Konkrete Hilfestellung und juristische Beratung zu einer UIG-Anfrage bietet das kostenlose Climate-Helpdesk von „FragDenStaat“.
  • Thru: Das Schadstofffreisetzungs- und -verbringungsregister des Umweltbundesamts und sammelt Daten zu Schadstoffen, Emissionen und Abwasser aus ganz Deutschland. Auf einer interaktiven Karte werden diverse Industriebetriebe (z.B. chemische Industrie, Lebensmittelindustrie, Metallindustrie, Energiesektor usw.), die der europäischen Industrie-Emissions-Richtlinie unterliegen, aufgeführt (Berichtsjahre 2007 bis 2023). In einer weiteren Karte sind kommunale Kläranlagen inklusive Informationen zur Größe der Anlage, die gereinigte Wassermenge, Einleitungsgewässer usw. aufgeführt.
  • Forever Pollution Project: An der internationalen Recherche zur „Ewigkeitschemikalie“ PFAS waren Journalist:innen aus ganz Europa beteiligt, darunter aus Deutschland NDR, WDR und die Süddeutsche Zeitung. Eine interaktive Karte auf Tagesschau.de zeigt über 1500 kontaminierte Orte in Deutschland.   Naturschutzämter der Bundesländer bieten eigene Kontaminationskarten an, z.B. https://www.hlnug.de/themen/wasser/fliessgewaesser/fliessgewaesser-chemie/spurenstoffe/pfas
  • Luftdaten: Das Umweltbundesamt stellt interaktive Karten und Zeitreihen zur Luftqualität an hunderten Messtationen in ganz Deutschland zur Verfügung. Gemessen wird Ozon, Feinstaub, Kohlenmonoxid, Schwefeldioxid und Stickstoffdioxid.
  • Der European Air Quality Index bietet eine Echtzeitkarte der European Environment Agency.
  • ODL-Info: Das Bundesamt für Strahlenschutz betreibt etwa 1700 Stellen zur Messung der Radioaktivität („Gamma-Ortsdosisleistung“, kurz ODL) in Deutschland und stellt die Ergebnisse auf einer interaktiven Karte zur Verfügung.
  • Als „Altlasten“ werden umweltgefährdete Schadstoffe bezeichnet, die durch frühere Tätigkeiten (z.B. industrielle Prozesse, aber auch Tankstellen gelten als kontaminiert) im Boden verblieben sind. Belastete Grundstücke werden auf Länderebene in einem Altlastenkataster vermerkt, die jedoch aus Datenschutzgründen häufig nicht öffentlich zugänglich sind.
  • Lokale Daten und Expert:innen zu den Themen Biodiversität, Luftqualität und dem Gesundheitswesen (inkl. Abfallwirtschaft und Medikamentenrückstände) sind in den jeweiligen Dossiers zu finden.
  • Die SIN-List des Nonprofitorganisation ChemSec bietet speziell für Unternehmen einen Überblick über schädliche Chemikalien in Produkten und Herstellungsprozessen.
  • Die Deutsche Umweltstudie zur Gesundheit (GerES) von UBA und RKI liefert auch regionale Daten zu spezifischen Belastungen und zeigt regionale Unterschiede auf. Hier findet sich auch die Ergebnissammlung der GerES V-Studie zur Belastung durch Umwelteinflüsse von Kindern und Jugendlichen in Deutschland.
  • Daten und Statistiken zu Krebserkrankungen gibt es beim Zentrum für Krebsregisterdaten, inklusive der Möglichkeit zur Datenbankabfrage zu aktuellen Neurerkrankungs- und Steberaten, sowie beim Deutschen Krebsforschungszentrum in der Helmholtz-Gemeinschaft Krebsinfomrationsdienst.

Expert:innen

Eine Expert:innen-Liste unserer Dossiers ist hier verfügbar.

Literatur

Quellennachweise

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baua – Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (o.D): Die CLP-Verordnung. https://www.baua.de/DE/Themen/Chemikalien-Biostoffe/Chemikalienrecht/CLP

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Destatis – Statistisches Bundesamt (2022): Pressemitteilung Nr. N 044 vom 21. Juli 2022. https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2022/07/PD22_N044_43.html

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Deutschlandfunk (2018): Umweltgifte – Welche Dosis macht das Gift? https://www.deutschlandfunk.de/umweltgifte-welche-dosis-macht-das-gift-100.html

Deutschlandfunk (2021): Gefahr nach Unwetter: Altlasten als chemische Zeitbombe. https://www.deutschlandfunk.de/gefahr-nach-unwetter-altlasten-als-chemische-zeitbombe-100.html

Deutschlandfunk Nova (2021): Warum Biozidein Periodenunterwäsche umstritten sind.  https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/menstruation-umstrittene-biozide-in-menstruationsunterwaesche#:~:text=Biozide%20gegen%20Vermehrung%20von%20Bakterien,Gr%C3%BCnderinnen%20f%C3%BCr%20ihre%20Produkte%20ausschlie%C3%9Fen

Die Bundesregierung (2023): Chemie-Spitzengespräch am 27. September 2023. https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/chemie-spitzengespraech-am-27-september-2023-2226128?view=renderNewsletterHtml

DIHK | Deutsche Industrie- und Handelskammer (2023): Bürokratie-Trendwende in Europa notwendig – DIHK veröffentlicht Vorschläge. https://www.dihk.de/de/themen-und-positionen/buerokratie-trendwende-in-europa-notwendig-dihk-veroeffentlicht-vorschlaege-104318

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DKR – Deutsche Krebsregister (o.D): Bevölkerungsbezogene Krebsregister in Deutschland. https://www.dkr.de/uebersicht

Donner (2023): PFAS-Skandal in Süddeutschland: Ein Giftmix, der nicht mehr weggeht. https://www.riffreporter.de/de/umwelt/pfas-ewigkeitschemikalien

Drepper et. al (2025): „Ewigkeits-Chemikalie“: Angriff der PFAS-Lobby. https://www.sueddeutsche.de/projekte/artikel/wissen/pfas-chemikalien-lobbyisten-verbot-umweltschutz-gesundheit-e223532/?reduced=true

DWA – Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (o.D): DWA e.V. https://de.dwa.de/de/

DWA – Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (o.D): DWA-Landesverbände. https://de.dwa.de/de/landesverbaende.html

DWA – Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (o.D): Presse und Medien. https://de.dwa.de/de/presse.html

Dzieweczynski et al. (2016): Dose-dependent fluoxetine effects on boldness in male Siamese fighting fish. https://journals.biologists.com/jeb/article/219/6/797/16707/Dose-dependent-fluoxetine-effects-on-boldness-in

ECHA – European Chemicals Agency (2023): ANNEX XV RESTRICTION REPORT – Per- and polyfluoroalkyl substances (PFASs). https://echa.europa.eu/documents/10162/f605d4b5-7c17-7414-8823-b49b9fd43aea

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ECHA – European Chemicals Agency (o.D):  REACH verstehen. https://echa.europa.eu/de/regulations/reach/understanding-reach

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Spiegel (2023): So viel könnte das Bienensterben kosten. https://www.spiegel.de/wirtschaft/bienensterben-das-kostet-der-verlust-von-biodiversitaet-a-3d70dbdb-1597-476b-8759-f3d0d91b9b1b#:~:text=Demnach%20w%C3%BCrde%20ein%20Wegfall%20der%20Best%C3%A4ubung%2C%20die,mehr%20als%20drei%20Milliarden%20Euro%20j%C3%A4hrlich%20f%C3%BChren

Spiegel (2024): Männer essen mehr Fleisch als Frauen – besonders in Deutschland. https://www.spiegel.de/wissenschaft/ernaehrung-maenner-essen-mehr-fleisch-als-frauen-besonders-in-deutschland-a-92a49e2d-7b77-49b2-b856-61fef54a94b1

Spiegel (2025): Elbe erreicht bei Magdeburg historischen Tiefststand. https://www.spiegel.de/panorama/elbe-erreicht-bei-magdeburg-historischen-tiefststand-von-44-zentimetern-a-eb41aecf-f036-4ccf-99e5-54b5aff88739

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SRU – Sachverständigenrates für Umweltfragen (2023): Politik in der Pflicht: Umweltfreundliches Verhalten erleichtern. https://www.umweltrat.de/SharedDocs/Downloads/DE/02_Sondergutachten/2020_2024/2023_05_SG_Umweltfreundliches_Verhalten.pdf?__blob=publicationFile&v=7

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Stiftung Warentest (2023): Spül­maschinentabs im Test. Sauber und günstig spülen. https://www.test.de/Geschirrspuelmittel-Multitabs-im-Test-4840806-0/

Stiftung Warentest (2025): Schad­stoffe in Nord- und Ostsee: Meeresschaum stark mit PFAS belastet. https://www.test.de/Schadstoffe-in-Nord-und-Ostsee-Meeresschaum-stark-mit-PFAS-belastet-6194378-0/

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